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aus der Sicht eines Hardliners |
PLANUNG:AUFBAU:
- macht man am besten selbst, denn wen kann man schon fragen?
- muss sein; erfolgt üblicherweise am Nachmittag zuvor
- ist ganz einfach, denn im Lehrbuch oder in der Versuchskartei steht ja schon alles
- fortschrittliche Lehrer planen die Experimente gelegentlich auch mit ihren Schülern im Unterricht, wobei sie sich von diesen Vorschläge unterbreiten lassen und dann kurz schildern, warum sich das alles nicht realisieren lässt
DURCHFÜHRUNG:
- macht man am besten selbst, um nicht wertvolle Unterrichtszeit zu vergeuden; er erfolgt daher üblicherweise in der Pause vor der Stunde, indem man die benötigten Teile flink mit geübter Hand zu einem komplexen Kunstwerk komponiert und dabei geschickt Fehlendes durch Brauchbares ersetzt (falls man solches findet)
- da meistens mindestens eines der benötigten Teile fehlt (Murphy' sches Gesetz), ist man als versierter Praktiker hier besonders gefordert und kann schon Kreativität beweisen
AUSWERTUNG:
- macht man am besten selbst, um nicht wertvolle Unterrichtszeit zu vergeuden; allenfalls lässt man sich vom geschicktesten Jungen der Klasse assistieren, um zu zeigen, dass man schülerorientiert vorgeht
- wird untermalt durch eigene Schilderungen von Unfällen oder durch Hinweise auf das Fehlen eines zweiten Notausgangs
- gestaltet sich manchmal problematisch, denn was schiefgehen kann, das wird auch schiefgehen (auch ein Murphy'sches Gesetz)
- gibt dem Lehrer aber ansonsten Gelegenheit, ein begehrtes Rollenverhalten zur Anwendung zu bringen: er stellt sich dar als Herr und Meister über die Natur und lässt sie brüllen oder schweigen. Wenn das mit motivierendem Minenspiel und sicherem Griff in die Apparaturen erfolgt, werden alle Zuschauer den glücklichen Ausgang begrüßen
ERGEBNISSICHERUNG:
- macht man am besten selbst, um nicht wertvolle Unterrichtszeit zu vergeuden; gegebenenfalls werden einzelne Schüleräußerungen, die dem beabsichtigten Ergebnis zufällig nahekommen, sofort (und ohne Rückfrage an die Lerngruppe) mit quittierendem Lob (Verstärkung!) aufgegriffen
- gelingt am besten durch klare und deutliche Lehrerbehauptung, die mit Bestimmtheit und Sicherheit vorgetragen wird (man ist ja schließlich auch dem Geschehen am nächsten!)
- sollten die Ergebnisse nicht so deutlich sein, lassen sie sich meistens durch kleine Korrekturen oder durch Einschalten unentdeckter Größen den Erfordernissen anpassen
LERNZIELKONTROLLE:
- macht man am besten selbst, um nicht wertvolle Unterrichtszeit zu vergeuden; hierbei machen sofortiges Diktieren ins Schülerheft/Mappe oder das sofortige Fixieren im Tafelbild den kompetentesten Eindruck
- geniale Kreideführung in Bild und Schrift vermitteln den Eindruck jahrzehntelanger Professionalität (man ist ja schließlich wer!) und trainieren die Fähigkeit der Schüler, Handschriften und Skizzen zu entziffern
- solchermaßen gelungene Tafelbilder geben dem in der nächsten Stunde folgenden Fachkollegen Aufschluss über gelungene, schwierige Experimente und die geleistete Entwicklungsarbeit und sollten daher nicht vorschnell abgewischt werden
- macht man am besten selbst, und zwar nach dem Motto: „Was hätte uns der Versuch eigentlich zeigen sollen?“, denn wer kennt schon die Antworten auf die eigenen Fragen besser als man selbst?